Zum ersten Mal finden im Oktober dieses Jahres die Tübinger Platon-Tage statt. Ein gutes Zeichen, da man Zweifel haben durfte, ob die zur Weltgeltung aufgestiegene schwäbische Platon-Auslegung mit ihrer reichen Tradition sich vor dem Rückfall ins Provinzielle (im schlechten Sinne), also in die Bedeutungslosigkeit, zu bewahren vermöchte. Thomas A. Szlezák, Nachfolger von Konrad Gaiser und »letzter großer Tübinger« (= Vertreter der Tübinger Schule in Tübingen), veranstaltet zwar immer noch Platon-Kolloquien und großartige Homer-Lektüren, ist aber längst im sogenannten Ruhestand. An der Burse halten noch Rolf Geiger und Dietmar Koch je auf ihre Weise, beide aber mit unermüdlichem Eifer die platonische Philosophie in Ehren, auch Anton F. Koch hat viel für Platon übrig – die Kontinuität schien jedoch gefährdet, zumal nicht klar war, wie sich die für eine gediegene Platon-Exegese so wichtige Zusammenarbeit zwischen dem Philosophischen und dem Philologischen Seminar nach dem Weggang von Szlezák entwickeln würde.
Wir können vorerst entwarnen und empfehlen, vom 16. bis 19. Oktober nach Tübingen zu reisen, um etwas über »Platon und das Göttliche« zu erfahren (Liste der Referenten und Vorträge). Organisiert wird die Tagung übrigens von Dietmar Koch (Philosophisches Seminar), Irmgard Männlein-Robert (Philologisches Seminar) und Niels Weidtmann (Forum Scientiarum).
Verweise: Tübinger Platon-Tage / Philosophisches Seminar Tübingen / Philologisches Seminar Tübingen / Forum Scientiarum Tübingen
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