Marius Reiser, Theologieprofessor in Mainz, schreibt im Feuilleton der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Da niemand mit mir kämpfen will, bleibt mir nur das Opfer. Ich bin nicht „rekrutiert“, sondern berufen worden. Die wichtigste Voraussetzung für meine Berufung aber ist mit dem neuen System in meinen Augen nicht mehr gegeben. Deshalb habe ich die Entlassung aus dem Dienst beantragt.
Mehr braucht es nicht als dieses Zitat, um die Courage von Marius Reiser zu würdigen. Andere mögen Kritik üben, mögen hier und da ihren Unwillen zeigen, kooperieren aber letztlich und machen sich selbst zu Komplizen bei der Abschaffung der Universität, die also eine Selbstabschaffung ist. Ich werde Marius Reiser in Erinnerung behalten; denn nichts Geringeres geben die Mitläufer preis als ihre eigene Freiheit.
Und was die Philosophie betrifft: Sollte das Wesentliche bald nicht mehr an den Universitäten, sondern in privaten Zirkeln und philosophischen Clubs gedacht werden? Der Berufsphilosoph stirbt aus, die Philosophie aber wird auch »Bologna« überleben.
Verweise:
Marius Reiser über die Gründe seines Rücktritts in der FAZ:
http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~E55AD24DD2C5E472A84CA69FCBA13D3ED~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Marius Reiser auf der Homepage der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz:
http://www.nt.kath.theologie.uni-mainz.de/102.php
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