
Es gibt schlechte lesenswerte Bücher. John Grays nihilistische Gedankensammlung Straw Dogs ist voller Widersprüche und Banalitäten, sein reduktionistischer Naturalismus gehorcht, gerade in der völligen Absage aller humanistischen Errungenschaften, noch den Spielregeln eines rational-aufgeklärten Geistes. Grays Zeitdiagnosen aber, die sich immer wieder in bestrickenden Sentenzen verdichten, bergen einen ernsthaften und zutiefst beunruhigenden Gedanken: Was, wenn wirklich kein Gott zur Rettung kommen wird, wenn uns weder Geschichte noch Wissenschaft von den selbst geschaffenen globalen Problemen erlösen werden? Dann seien die Gräuel des zwanzigsten Jahrhunderts, so Gray, nur ein Vorgeschmack auf die künftigen Katastrophen der Menschheit.
John Gray, Straw Dogs. Thoughts on Humans and Other Animals, London 2002.
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